Mittwoch, 4. März 2015

Lesetip - Warum Derik Meinkoehn nicht mehr zurück kann

Wie viele der heutigen Veganer wurde auch Derik Meinkoehn von einem der unzähligen Kochbücher von Attila Hildmann (AKA Vegangstaaaa) dazu motiviert sich mit der veganen Ernährung auseinanderzusetzen. Die eigentliche Challenge erstreckt sich über 60 Tage, doch Herr Meinkoehn hatte schnell den Entschluss gefasst, den neuen Weg nicht mit dem 60. Tag enden zu lassen.

"Doch schon nach ein paar Wochen war für mich klar, dass ich nicht zu meiner alten Ernährung zurückkehren werde..."

Das Auseinandersetzen mit der Ernährung und all ihrer Facetten lässt auch für Ihn nur einen Schluss zu: Vegan zu bleiben.

Nicht aus dem irrwitzigen Gedanken heraus, die ganze Menschheit würde in ferner Zukunft vegan leben. Auch nicht aufgrund urzeitlich begründeter "Der Mensch ist ein Beerensammler"-Argumentation. Jedoch aber, neben der Vermeidung von selbst verursachtem Tierleid, als Statement gegen die heutige Gesellschaft und der fehlende Bezug zum Leben im Allgemeinen.

"Für mich ist die vegane Ernährung eine Haltung anderen zu zeigen, dass auch sie mit weniger Fleisch auskommen können."

Lebewesen werden zu Produkten, in Folie gepackt und schön sauber und anonym im Supermarkt-Regal ausgestellt. Diese sehr abstrakte Vermarktung macht es den Verbrauchern einfach, den Bezug zum Lebewesen auszublenden und für die wenigen Verbraucher die einen Bezug sehen, gibt es die Bilder von vermeintlich glücklichen Schweinen und Rindern. Wie unrealistisch und überzogen diese Darstellung ist, stellt er deutlich klar. Als Kind einer Familie, welche seit Generationen landwirtschaftlich tätig ist, hat er den Wandel in der Landwirtschaft hin zum effizienzorientierten Hochleistungsbetrieb erfahren.

"Zwischen 6 und 15 Euro soll ein Züchter pro Schwein verdienen, es gibt aber auch Landwirte, die müssen mit 21 Cent auskommen. 21 Cent für ein Tierleben."

Er fasst in diesem Artikel, der seinen veganen Blog auf Stern.de abschließt, in meinen Augen sehr gut zusammen welche Motivation ihn und viele andere (inklusive mir) treibt und was in dieser Welt falsch läuft. Es geht nicht darum der veganste Veganer zu sein und der elitärste Weltverbesserer. Es kommt aber sehr wohl darauf an sich mit der eigenen Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Und wie er schön schlussfolgert, gibt es nach einer solchen Auseinandersetzung mit sich selbst nur eine Möglichkeit: weiterhin vegan zu leben.

Hier der Link zum Artikel: Ein Jahr vegan

Montag, 2. März 2015

Vegan nächtigen in Stuttgart

Ob beruflich oder privat unterwegs, eine empfehlenswerte Unterkunft ist das Arcotel Camino in Stuttgart. Wunderbar zentral gelegen (600m bis zum Milaneo) und mit einer Tiefgarage ausgestattet bietet es saubere Zimmer für angemessene Preise (für Stuttgarter Verhältnisse). Das Farbbild ist etwas bieder (beiges Leder und dunkles Holz) aber sauber und der Stil ist einheitlich. Thematisch hat sich das Hotel dem Jakobsweg verschrieben und das zieht sich konsequent durch das ganze Hotel. Leider wird wie in vielen Hotels sehr viel Leder verwendet, was mir nicht sehr zusagt.

Das Hauseigene Restaurant Weissenhof bietet jedoch ein veganes Menü welches preislich absolut im Rahmen ist und qualitativ hervorragend. Mir hat es persönlich sehr gut geschmeckt. Schön ist auch, bei dem Gruß aus der Küche wurde mitgedacht und dieser fiel für mich auch vegan aus.

Das Menü fiel bei uns wie folgt aus:

- Asiatische Kürbiscremesuppe

- Kross gebratene Kartoffel-Soja-Puffer mit Ratatouille, gegrillte Zucchini und Karottenstroh

- Trilogie von der Zwetschke

Dazu gab es die Hauslimonade, welche sehr zu empfehlen ist und einen Kaffee zum Dessert. Zu Zweit kamen wir damit auf unter 90€.

Das Hotel wirbt auch mit veganen Alternativen im Frühstücksbuffet. Zuvorderst: Das Frühstücksbuffet ist üppig und von guter Qualität, die veganen Alternativen sind jedoch leider nur sehr rar gesät. Es gab Margarine, Tofu Natur, Tofu geräuchert und Marmelade. Außerdem Sojamilch für das Müsli, jedoch nur eine vegane Müslisorte.

Dennoch wurde ich satt und das Frühstück hat mir sehr gut geschmeckt.

Alles in allem hat mich als veganer Gast hauptsächlich das viele Leder gestört, gemangelt hat es mir an nichts und geschmeckt hat es wirklich sehr sehr gut.

Hier noch zum Vergleich die Kosten:
Suite für zwei Personen inkl. Frühstück und Wellness: 153,00€
Abendessen: 80,00€
Garagenstellplatz: 18€
Gesamt: 251,00€

Wenn man beruflich unterwegs und alleine ist fällt der Zimmerpreis für das normale Zimmer mit 119,00€ wesentlich geringer aus. Das Arcotel Camino in Stuttgart kommt auf jeden Fall auf die Favoritenliste.



Donnerstag, 26. Februar 2015

Das Vegansein

Als mir nach vielen Jahren des Vegetarischseins die Erleuchtung kam das ich meinem Denken und Fühlen nur durch eine vegane Lebensweise gerecht werden kann hat sich mir ein Wall von Fragen gestellt! 
Ich habe mich in der Anfangszeit seeeeehr intensiv durchs Internet gelesen! (kann ich jedem nur empfehlen!)
Nachdem mir dann klar war 100% vegan geht nicht, stellte sich mir die Frage: wie vegan bin ich? Ehrlich gesagt stellt sich mir diese Frage auch jetzt immer mal wieder! 
Vegansein ist ja schließlich kein Verein bei dem es eine strikte Vorschrift oder Liste gibt was DER Veganer darf und was nicht! (Bei so manchen dummen Fragen die einem die Allesesser so stellen könnte man allerdings davon ausgehen, dass die meinen es gäbe sowas, was mich im Übrigen manchmal etwas grummelig macht!) 
Ich DARF auch vom Hochhaus springen, das WILL ich aber nicht! 
Es ist also eine Willensfrage und jeder muss für sich raus finden oder entscheiden was er will und was nicht.

Wikipedia sagt: [Aktuelle Bedeutungswörterbücher der deutschen Sprache definieren den Veganer beziehungsweise die Veganerin als „Vegetarier, der vollständig auf tierische Produkte verzichtet“ oder als „Anhänger des Veganismus“.] 

"Anhänger des Veganismus" auch eine geile Definition, wer sich das schon wieder ausgedacht hat!? 
Klar ist: Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sind tabu! 
Aber was ist mit diesen ganzen Inhaltsstoffen mit denen man sich eigentlich noch nie beschäftigt hat, Milchsäure, Schellack, Lanolin, Casein, Karmin (E 120), generell die ganzen E-Nummern usw. usw.
Da muss man erst mal durchsteigen, was ist tierischer Herkunft und was nicht? 
Ganz schwierig finde ich die Inhaltsstoffe die sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft sein können... Ess ichs oder ess ichs nicht? Ich persönlich handel dabei nach Gefühl.

Im Internet gibt es auf einigen Seiten und Foren viele Produktanfragen an die jeweiligen Firmen. Das finde ich generell echt ne feine Sache. Problematisch dabei ist, dass die Firmen auch nicht immer ehrlich (oder unwissend!?) sind, das sich Produkte bzw. Rezepturen auch mal ändern und zu guter Letzt, wenn ich im Supermarkt stehe und mich frage ob ich das jetzt kaufen kann oder nicht, kann ich ja auch nicht (immer) erst mal recherchieren…

Also bleibt die Frage, wie vegan bin ich!?

Mittwoch, 18. Februar 2015

Perfektionistische Gutmenschen?

Hauptsächlich wehrt man sich als Veganer gegen Vorurteile und Sticheleien von nicht vegan lebenden Mitmenschen. Liest man in Foren oder auch was ich persönlich als Resonanz erhalte, zeichnet sich ab, dass ein großer Teil der Kritik an der Intensität und Konsequenz des eigenen veganen Lebensstils von anderen Veganern kommt. An sich schätze ich konstruktive Kritik oder interessante Denkanstöße sehr. Oftmals aber schießt es über das Ziel hinaus.

Veganer kritisieren moderat lebende Veganer für die aus ihrer Sicht nicht ausreichen konsequent gelebte Einstellung.

Von Nicht-Veganern bin ich es gewohnt Kritik dieser Art zu erhalten und die darauf Aufbauenden Argumente, wie zum Beispiel: "Du lebst vegan, bestellst aber bei Amazon und nimmst schlechte Arbeitsbedingungen für Menschen in Kauf."

Das Ziel ist klar, das schlecht-machen des veganen Lebensstils durch das vorhalten der noch nicht perfekt ökologisch abgestimmten Lebensbereiche. Scheinbar gibt es in dieser Argumentation nur schwarz und weiß, nur ganz schlecht oder ganz gut. Das Ablehnen tierischer Produkte und Materialien ist in diesem Kontext scheinbar nicht vereinbar mit Autofahren, bei Amazon.de bestellen oder ähnlichem.

Dieser Argumentation folgend gibt es einige Dinge, die Veganer nicht dürfen:
- ein Smartphone besitzen und / oder benutzen
- Kindern den freien Willen gestatten und aktiv zwischen Vegan oder Omnivor zu wählen
- Auto Fahren
- Motorrad fahren
- Bei Supermärkten einkaufen, die auch Fleisch anbieten
- Bei Supermärkten einkaufen
- Kleidung kaufen von Marken die auch nicht-vegane Produkte herstellen
- Online Shops nutzen
- Einen Beruf haben der nicht-vegane Industrie unterstützt.
- Da dies so gut wie jede macht heißt es für die meisten: einen Beruf haben ist auch nicht konsequent

Schade finde ich jedoch solche Kritik auch von Veganern zu erleben. Es gibt genug Zweifler und Gegner gegen die wir uns behaupten und tagtäglich mit ihnen diskutieren müssen. Persönlich bekräftige ich lieber einen nicht so konsequent lebenden Veganer oder Vegetarier als ihm seine aus meiner Sicht fehlende Perfektion vor Augen zu führen. Im Grunde ist es einfacher gemeinsam diesen guten Weg zu gehen, jeder in seiner persönlichen Ausprägung und Konsequenz. Wir fordern Akzeptanz in der Gesellschaft, diese sollten wir uns auch untereinander gewähren.

Die wenigen Dinge, die wir Veganer noch machen können, folgt man der o.s. Argumentation, sollten wir gemeinsam tun und uns unterstützen. Viel ist es nicht was da noch übrig bleibt:

- Im Wald leben
- Keine tierischen Produkte essen (wollen wir ja aber so oder so nicht)
- Uns Tag für Tag für unseren Weitblick rechtfertigen

Ich lauf schon mal los und überlege mir ein paar Argumente für alle Kritiker die ich auf dem Weg treffe.

Passend dazu ein aktuelles Bild von barbara. Wir Gutmenschen haben es ja schon schwer genug :-)


Freitag, 13. Februar 2015

Inkognito Vegan?

An manchen Tagen erzähle ich meinen Mitmenschen und Kollegen nicht gerne, dass ich vegan lebe. Nicht aus Scham oder mangelndem Geltungsbedürfnis, daran fehlt es mir nicht. Jedoch assoziieren die meisten Menschen das Wort "vegan" mit Einschränkung, Verzicht, fadem Tofu und alten Ökos. Fragt jemand direkt "Lebst du vegan?" antworte ich auch direkt mit "Ja". Will jedoch jemand wissen, weshalb ich keine Butter auf meiner Brezel möchte oder weshalb die Wahl des Mitagessens auf Salat oder eine wilde Komposition von Beilagen fällt, dann antworte ich an solchen Tagen entweder "aus Tierliebe" oder "Weil ich die industrielle Fertigung von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs nicht unterstützen möchte". In einer Welt mit Verständnis für das Gegenüber und Akzeptanz für persönliche Überzeugung würde ich antworten "Weil ich vegan lebe" und mein Gegenüber würde erwiedern "Aha, in Ordnung". Ohne nachtreten und ohne Abhandlungen über ein veganes Menü, welches man mal irgendwann verzehrt hat und das ungeniesbar war und man das deshalb niemals auf Dauer tun könne. Oder das man ja selbst auch ganz wenig Fleisch esse und auch nur von "fröhlichen" Tieren...

Um nicht falsch verstanden zu werden, zum veganen Leben stehe ich mit voller Überzeugung und ich werde es nicht leugnen. Während jedoch wir irgendwo das Wort "vegan" lesen, uns darüber freuen und willkommen fühlen, gibt es jene andere Menschen die sofort an verklemmte Hippies ohne jeglichen Spaß am Leben denken und sich deshalb selbst dabei blockieren über den Tellerrand hinauszusehen und evtl. selbst etwas an sich zu ändern.

Vegan liegt im Trend und an sich ist das Wort modern und hip! Aber ebenso möchte ich auf vermeintlich humorlose Naturverbundene reduziert werden wie auf das eine Wort "vegan". Als Führungskraft lebe ich meinen Kolleginnen und Kollegen so wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne vor, dass Mitgefühl, Ablehnung von Ausbeutung,Tierliebe und Menschenliebe sehr wohl vereinbar sind mit Erfolg, Karriere, modischem Verständnis und Professionalität. 

Trotz der gelegentlichen Zweifel an der Offenheit mit der ich das vegan-sein nach außen trage ist ja dennoch die einzig logische Konsequenz, es gerade wegen der Zweifel noch stärker nach außen zu tragen. Die Assoziation der Menschen mit Veganern ist heute eine von der Realität stark abweichende, jedoch kann ich diese nachvollziehen. Wenn ich einkaufen gehe in veganen Stores, sehe ich sehr viele dieser Stereotypen, die exakt mit der vorherrschenden Vorstellung über Veganer übereinstimmen.

Aber es gibt so viel mehr von uns und alle sind wir so verschieden. Und wir werden immer mehr :)

Samstag, 7. Februar 2015

Kekscreme for ever

Von Lotus habe ich heute bei REWE die Kekscreme mit Stücken entdeckt. Auch wenn ich mich wiederhole: Die Kekscreme (in allen Variationen) ist mit Abstand die beste Entdeckung seit ich vegan lebe :-)



Sonntag, 1. Februar 2015

Ein Monat vegan - Abrechnung

Um einen Vergleich zum nicht-veganen Lebensstil anstellen zu können, sammelten wir im Januar alle Kassenbelege relevanter Einkäufe.

Wir beziehen unsere Lebensmittel von vier verschiedenen Märkten:
Rewe
Kaufland
Edeka
Vegativ (Bestes Veganfachgeschäft ever)

Insgesamt gaben wir folgenden Summen aus:



Vegane und nicht vegane Einkäufe (für unsere Tochter) teilen sich wie folgt auf:




Zusätzlich gebe ich pro Woche 25€ für das Mittagessen im Betriebsrestaurant, so wie meine Frau 8€ pro Woche beim Bäcker. Zusammen geben wir ca. 490€ pro Monat für Lebensmittel aus, etwa 8% der Ausgaben sind für nicht vegane Lebensmittel. Etwa 40% kaufen wir im Vegan-Fachgeschäft. Der Anteil wäre höher, wäre es näher am Wohnort.

Fazit: Alles zusammen geben wir heute weniger Geld für Lebensmittel aus verglichen mit den Ausgaben unserer nicht-veganen Vergangenheit. Die Ausgaben sind um 10% gesunken. Wohl aber hauptsächlich, da wir keine "unnötigen" Lebensmittel mehr kaufen, die dann im Unverstand verzehrt werden.



Vegan Cocktails


Bei einer Runde durch Stuttgart habe ich mal wieder den Vorzug großer Städte erlebt. Eine vernünftige und vor allem gut gekennzeichnete Auswahl veganer Speisen und Getränke. In diesem Fall heute: Das Sausalitos in der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart.